Ich habe gesehen, dass in Deutschland in der Region Essen die offiziellen Warnmeldungen des Bundes über die NINA App, auch in die betreffende Region im Meshcore geteilt werden.
In einer Kriesenlage - hoffen wir nicht das es eine gibt - kann das Mobilfunknetz, Funk und auch der Strom allgemein beeinträchtigt sein. Gibt es eine Möglichkeit, die Alert Swiss Meldungen auf entsprechende Meshcore Kanäle zu senden bzw. gibt es jemand, der das technisch versteht? Grundlegend finde ich das keine verkehrte Idee! Persönlich würde ich nur die Meldungen welche als Warnung und Alarm versendet werden (also ohne Informationen), ins Meshcore reinnehmen. Die Kanäle sind begrenzt, man könnte es entweder mit einem Kanal für die ganze Schweiz oder mit drei Kanälen für deutsch, französisch und italienisch machen.
Da steht "Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) stellt keine offizielle öffentliche API für Alertswiss-Meldungen bereit. Der programmatische Zugriff auf Live-Notfallmeldungen ist für Dritte nicht direkt dokumentiert.
Heisst die sind genauso unfähig wie man das von beamten erwartet.
Dazu denke ich warnmeldungen “hitzealarm es könne 28 grad werden” sind völliger unsinn. Ich will keine klimapropaganda auf meshcore.
Andere Projekte haben sich ähnliche Fragen gestellt, z.B. die Open-Source-App FOSS Warn, die Alertswiss-Meldungen bereits integriert hat. Technisch scheint es möglich, ein JSON-Endpunkt abzufragen, den die Alertswiss-Website selbst im Hintergrund verwendet, um die aktuellen Meldungen darzustellen.
Das JSON enthält bereits alle relevanten Informationen: Titel, Beschreibung, Schweregrad (Alarm/Warnung/Information), Verhaltensanweisungen und die betroffenen Regionen. Man könnte also dieses File regelmässig abfragen (Polling), neue Meldungen der Stufen Warnung und Alarm herausfiltern, diese in eine kompakte Nachricht verpacken und ins Mesh weiterleiten.
Ich habe erst kürzlich angefangen, mich mit MeshCore zu beschäftigen, aber ich denke, die Implementierung wäre auf einem Raspberry Pi mit angeschlossenem LoRa-Transceiver möglich. Oder direkt auf einem LoRa-Gerät mit Internetzugang (Embedded-Programmierung).
Das müsste man aber schon was sehr schlaues bauen damit nicht zu viele Nachrichten raus gehen. Wäre irgendwie auch doof wenn wir uns ein System bauen welches in einem grösseren Krisenfall bei welchem mehrere Nachrichten von Alert Swiss pro Kanton rause gehen das Mesh zum Kollaps bringt
Die Idee ist ja ansich gut, die Umsetzung birgt aber einige Fallstricke:
Die oben genannte API scheint inoffiziell zu sein (nur für die Webseite von Alertswiss gedacht). Die kann sich ohne Vorwarnung jederzeit ändern und daran gebastelte Systeme scheitern bei der Abfrage oder parsen etwas falsch.
Die API ist nur über das Internet erreichbar. Ist das Internet beim Server der es in MC postet weg, ist auch der Zugriff auf die API weg!
Es müsste also redundante Server geben die auf die API zugreifen und ins MC posten. Die Server sollten an unterschiedlichen Orten, über unterschiedliche Provider (und Technologien) betrieben werden und sich gegenseitig auf Verfügbarkeit prüfen damit nur einer ins MC Netz postet, wenn die anderen verfügbar sind.
Ist das Rechenzentrum vom Bund weg vom Netz (warum auch immer), dann gibts sowieso keine Meldungen mehr.
Also stellt sich mir die Frage: Braucht es das überhaupt? Solange alles funktioniert ist man mit der Alert Swiss App wohl ohnehin am besten bedient. Wenns mal nicht funktioniert wird sich immer jemand finden der die wichtigsten Meldungen manuell postet, sofern er noch dran kommt. Für das tägliche zig mal “Guten Morgen” oder “Gute Nacht” in diversen Kanälen reicht es ja auch.
Das Internet bzw. das Intranet des Bundes, wird vermutlich noch lange laufen, selbst wenn das Internet der Bevölkerung ausgefallen ist. Der Bund hat dazu drei bekannte Serveranlagen, wie Campus in Frauenfeld, Fundament in der Region Uri und Castro II wird erst noch realisiert und soll bis 2033 erstellt sein. Schliesslich will und muss der Bund kommunizieren können. Die andere Alternative wäre Polycom (Funk), welches bis 2035 ersetzt wird. Andere Stellen wie Feuerwehren setzen teilweise auf Pager und SMS/Anruf- Alarmierung. Ich glaube daher schon, dass Alert Swiss noch lange senden wird. Die gleiche Situation hat übrigens ja auch Deutschland mit der NINA und der Katwarn App. Der Normalbürger wird es irgendwann nicht mehr erhalten und gerade Deutschland ist in Punkto Internet und Mobilfunk der Schweiz massiv hinter her. Daher auch die Idee, Meldungen auf Meshcore zu senden. Ist kein muss, sondern eine Idee. Die heute einzige mir bekannte Kommunikation im Kriesenfall wäre das Radio und auch da müssten alle Antennen genügend Saft haben.
Wenn das Internet für das gemeine Volk ausgefallen ist, dann ist das Rechenzentrum (bzw. die Rechenzentren) faktisch “weg”. Auch wenn die Bundesräte und gewisse Behörden dann noch untereinander telefonieren und faxen können, kommen die Meldungen nicht mehr bis zum Gateway der das ins MC schiebt.
Einzige wahre Lösung: Den Bund dazu bringen auf seinen Rechenzentren einen MC Node zu installieren der mindestens einen Repeater sieht. Das wird aber am Ende mindestens doppelt so lange dauern und mindestens das doppelte Kosten, falls es jemals funktionsfähig wird. Vermutlich scheitert es schon an der Bürokratie.
OT rant:
In einem echten SHTF-Szenario wird funktionierende lokale Kommunikation überlebenswichtig – sowohl für die koordinierte Versorgung von Alten und Kindern als auch für die gemeinsame Verteidigung gegen plündernde Banden.
Vom Staat ist in dieser Lage keine Unterstützung, sondern aktive Behinderung zu erwarten: Private Generatoren und Treibstoffvorräte werden konfisziert, selbstorganisierte Dorfmilizen verboten.
Die Regierung wird nicht unser Verbündeter sein, sondern ein zusätzliches Problem