Letsmesh Observer

Mich würde interessieren, wie die allgemeine Stimmung in der Schweiz in Bezug auf LetsMesh und insbesondere Observer aussieht.

Meiner Meinung nach ist das eigentlich eine sehr spannende und, da kein zusätzlicher Traffic erzeugt wird, auch eine netzschonende Methode, um die Verbreitung und das Verhalten des Netzwerks zu analysieren und besser zu verstehen.

Ich hatte vor einiger Zeit selbst einen LetsMesh Observer aktiv, habe ihn aber nach einem regelrechten Shitstorm – insbesondere von deutschen Kollegen – wieder deaktiviert.

Vor allem die Tatsache, dass Meshcore Verkehr theoretisch unbegrenzt gespeichert und mit ausreichender Rechenleistung zukünftig auch entschlüsselt werden kann, scheint viele stark zu beunruhigen.

Ich persönlich sehe das etwas gelassener. Wer sich in einem Mesh-Netzwerk bewegt, bei dem Daten unkontrolliert weiterverbreitet werden, sollte grundsätzlich damit rechnen, dass diese auch von anderen empfangen oder beobachtet werden können.

Bin jedoch selbstverständlich kein Rechtsexperte und kann deshalb nicht beurteilen ob man sich als Betreiber eines Observers in einer rechtlichen Grauzone befindet, oder dies rechtlich sogar höchst problematisch ist.

Wie seht ihr das?

  • Sind Observer grundsätzlich eine gute und nützliche Sache – oder stehen sie aus Datenschutz- und Persönlichkeitsschutzsicht völlig im Widerspruch zu vertretbaren Standards?

  • Wie ist dies rechtlich zu beurteilen ? macht man sich allenfalls bereits rechtlich angreifbar ?

6 Likes

Unsere Deutschen Kollegen scheinen da besonders sensibel zu sein, was für mich aber überhaupt kein Grund ist solche Observer nicht zu betreiben. Im Gegenteil, würden diese Observer nicht exisitieren, dann wäre den Leuten die Grenzen der Privatsphäre von MeshCore überhaupt nicht bewusst. Und der Deutsche Ansatz mit einfach “Augen schliessen” bringt überhaupt nichts, wenn man die Observer abstellt bringt das überhaupt keine Sicherheit sondern Blindheit, kann ja immer noch jeder selber mithören wenn er möchte.

Meiner Meinung nach ist diese Erkenntnis ausserordentlich wichtig, nur mit diesem Wissen kann man dann Massnahmen ergreifen bzw. entscheiden ob man MeshCore überhaupt weiter verwenden möchte.

Ich selber betreibe keinen Observer, decke schon den Auto-Map-Updater ab in einem Podman Container und überlasse den Observer gerne anderen. Eine rechtliche Beurteilung traue ich mir nicht zu.

Habe mir aber auch schon überlegt ob wir von #switzerland auf einen verschlüsselten Channel wechseln möchten, bringt nichts für Sicherheit, aber zumindest landet dann nicht mehr jede einzelne Nachricht für immer im Netz. Was meint ihr dazu?

Wie immer, das sind nur meine persönlichen Gedanken dazu!

5 Likes

Prima, Stef, dass du dieses Thema aufgreifst. Ich denke, der Observer wird immer mehr zu einem wichtigen Werkzeug beim Auf- und Ausbau von MeshCore. Mit den vielen eingebauten Funktionen ist er wirklich ein ‘Observer’ - ein wertvoller Besucher, der zuschaut, analysiert und statistisch und (topo)grafisch ordnet, was auf der Bühne, dem Mesh, so alles passiert.

Dass, irgendwie und irgendwo, jedes Datenpaket, welches in der Luft, im Kupferkabel oder im Lichtwellenleiter unterwegs ist, empfangen, gelagert und ausgewertet wird, sollte jedem und jeder Nutzer/in dieser Techniken klar sein. Ich setze voraus, dass sich jede Person, die sich für das Anwenden von MeshCore entscheidet, auch darüber im Klaren ist. Dass man deswegen nicht sinnentleerten Inhalt ins Netz stellt, ist selbstredend. Und wenn man es trotzdem tut, ist weder die Hardware noch die Software dafür verantwortlich.

Ich finde den LetsMesh -Analyzer ein prima Sache und nutze ihn öfters. Er zeigt mir wichtige Repeaterstandorte; zeigt an, wenn ein Repeater aus dem Ruder läuft .

Er beobachtet halt auch, welchen Mehrverkehr, das Spielzeug ‘Ping-Pong - Botterei’ im Netz erzeugt und wie damit einzelne, wegen ihrer geografischen Lage für den Betrieb des Netzes wichtigen Repeater, an ihre Leistungsgrenze gebracht werden.
Dass es die anonymen Betreiber dieser Bot’s nicht gerne haben, dass der Schaden, den sie im Netz anrichten, sichtbar gemacht und dokumentiert wird, ist selbstredend.

Ich plane im Verlauf der nächsten Monate einen Observer auf einem RaspberryPi aufzusetzen und damit den Traffic in der Region BRN zu beobachten.

lg, Paul

1 Like

Hallo Paul und Interessierte

Mein Observer in der Stadt Bern ist gerade online gegangen: CHRG Bern

Ich lasse ihn mal sicher ein paar Tage laufen.

Der hört alles, was vom “CHRG Bern Mittelstrasse”-Repeater verbreitet wird, hat selber nur ne winzige Antenne und hockt im Schrank neben dem Server. Nicht ganz optimal…
Gelöst habe ich das Ganze auch mit Proxmox und einem leichten LXC (Linux-Container). Die Einrichtung hat vielleicht 15min gebraucht, ohne Gebastel mit einem lahmen Raspi. Der Xiao nRF52 & Wio hängt über USB-Kabel am Server.

5 Likes

Bin auch wieder Online :grinning_face:

Letsmesh Bern versus Zürich

sieht nach einer sehr guten Verbreitung zwischen Zürich und Bern aus.

wäre Toll wenn München und Linz auch Observer hätten, gefühlsmässig sehe ich deutsche Kommunikation nur Bruchstückhaft.

2 Likes

Hallo Chrigu

Schau an..! Da haben also heute - bei diesem ‘Bisewetter’ - beide in der warmen Stube gehockt und gebastelt. Ich denke, das war die passende Beschäftigung und sie wird beim Netzaufbau helfen.

Darf ich vorstellen:

Das ist der BRN Observer. Die Pakete - vom Repeater auf dem Fensterbrett - werden von einem V3 aus der Luft gefischt und via einem Raspberry Pi 4B auf den Weg zum Analyzer geschickt.

Geplant ist, nach dem Versuchsbetrieb, den Observer auf einen kleinen RasPi, mit einer UPS aufzusetzen.

4 Likes

Ich bin leider nicht so tief drin im experimentieren, aber einen Raspi einrichten bekomme ich noch hin.

Was für ein Programm ladet Ihr auf dem Raspi um die Analyse ab zu saugen und in‘s Tool hoch zu laden? Könnte das dann in der Alphütte / Surselva laufen lassen falls das etwas beiträgt…?

1 Like

Ich habe auch ein Observer aufgesetzt, dafür habe ich einen T1000 Tracker mit einem Pi Zero W2 verbunden. Das ganze in einem 3D gedruckten Gehäuse verbaut.

Ich wollte ursprünglich einen Roomserver installieren, geht aber nicht via Bluetooth, deshalb wurde es ein normaler Compagnion. Ich habe es aber nicht gemäss https://analyzer.letsmesh.net/observer/onboard aufgesetzt, sondern folgendes Tool genutzt: GitHub - jkingsman/Remote-Terminal-for-MeshCore: A remote client for MeshCore radios with packet capture, store-and-decrypt, bots, MQTT, and more! · GitHub

So habe ich selbst noch lokal Statistiken und kann den Compagnion auch als solchen nutzen. Die Daten können trotzdem an Letsmesh weitergereicht werden, ich finde das RemoteTerminal ziemlich gelungen. Wird auch aktiv entwickelt und Bugs werden rasch vom Entwickler behoben.

4 Likes

So ist die Hardware des ‘Observer’s’ für den MeshCore-Analyzer aufgebaut. RasPi mit USV, zusammen mit einem Heltec v3 auf dem ‘Sperrrholzbrättli’ montiert. Die Abdeckscheibe aus Plexi trägt die Antenne. Die Stromversorgung erfolgt über ein Handy-Netzteil 220V / 5V 2A.

Auf dem RasPi ist das RasPi OS64 aufgesetzt. Das macht man mit dem RasPi -Imager (Kleines Programm. Damit wird dem RasPi Step by Step das Betriebssystem aufgesetzt.)
Der RasPi wird übers WLAN mit dem Browser verbunden. Mit RasPi-Connect (läuft auf dem Browser) hat man so Remote Zugriff auf den kleinen Compter. Die Bedienung erfolgt via Browser (Zugriff auf den Desktop des RasPi) oder ebenfalls via Browser auf die Remote Shell. (Das kleine Editor-Fenster in welchem Befehle direkt eingegeben werden).
Die Programme sind auf GitHub verfügbar.
Tip: Ich lasse mir bei meinen Projekten immer wieder gerne von ‘swisscom myAI’ helfen. Das klappt in der Regel gut!

Wenn du in der Alphütte kein Internet hast, hilft dir ebendiese AI auch bei der Entwicklung einer eigenen Anwendung in Python, welche die empfangen Signale lokal verarbeitet und als .csv bereit stellt. Bei der nächsten Visite lädst du sie einfach auf den Compi.

Auch möglich: An einen RasPi 3B steckst du einfach einen entsperrten LTE 4G USB WiFi Dongle (z.B. ZTE MF79 150M LTE USB WiFi WLAN Dongle) und kaufst eine SIM-Karte dafür.

Schon steht die Verbindung Alphütte-Internet.

Viel Spass bei deinem Projekt
LG Paul

3 Likes

Hallo Paul,

ganz vielen Dank für die ausführliche Beschreibung! Werde das bei meinen nächsten Ferien „oben“ aus probieren.

Habe es oben luxeriös : Router mit aktuell 4G Verbindung, 300Mbit up / 150Mbit down. Schon viel weniger reicht ja zum TV schauen.

Könnte dann also die Ergebnisse gleich auf den Observer hoch laden.

Herzliche Grüsse Pascal

1 Like

Alphütte mit Komfortzone… schön. Geniess die Zeit und auch die Wanderungen in den Bergen…
:melting_face: :raising_hands:

Wenn ich einen Observer mit https://analyzer.letsmesh.net/observer/onboard als Compagnien auf setzte, muss ich noch etwas einstellen oder aktivieren, wenn ich unten an der Anleitung angekommen bin?
Oder klemmt’s weil ich zur Zeit kaum Verbindung zum restlichen Mesh habe?
Oder reichen 0 Hopp Ping’s nicht für Trafic?

Ein solcher *Observer in der Region Zürich wäre nützlich, laut Karte gibt’s noch keinen und ich kann meine Nachrichten auch nicht auf der letsmesh Website sehen. Gewisse Nachrichten, die mein Companion empfängt, sehe ich aber auf letsmesh.

Ich sehe zwei im Raum Zürich : Arkina_Observer und zrh-trace.
Aus der Surselva gibt es leider noch keine Verbindung ans restliche Mesh, deshalb möchte ich versuche zu sehen, was sich trotzdem im Äther tut, wenn ich denn das Dings zum laufen bekomme…

Beim onboarding prüft letsmesh ob adverts deines observers von anderen observern gesehen werden. Falls du vom Rest des Netzes isoliert bist, könnte dies das Problem sein.

Alles was der Companion ‘hört’ wird er an den Observer weiterleiten! Dafür bedient er sich dieses Teils: GitHub - agessaman/meshcore-packet-capture: Standalone Python script for capturing and analyzing packets from MeshCore companion radios with MQTT support · GitHub

Die Parameter stellst du ja ein, während sich das Programm installiert. Einzelheiten sind auf diesem Git beschrieben.

Ganz am Schluss der Installation schreibt er die in einer Zusammenfassung die benötigten Befehle zur Bedienung des Tools.

Nach ein, zwei Testläufen und etwas warten siehst du deinen Observer auf der Page von letsmesh.net unter More/Observers

Hilfe bekommst du z.B. von myAI (swisscom). Arbeite mit Screenshots als png. Damit ‘kapiert’ das Teil, was du meinst!

Da ist auch der eine oder andere Observer dabei, welche ZRH beobachten. Zudem listet der Observer im Menue Packets den Weg jedes Packets auf.

Komischerweise erscheinen meine Nachrichten aus der Stadt Zürich trotzdem nicht auf letsmesh. Aber Antworten aus Biel, Thun, etc. habe ich direkt bekommen, meine Nachrichten kommen also schon raus…

Ich habe die Region ch verwendet

@Paul_Simmen Vielen Dank für Deine Hinweise! Ich hatte einfach das abgespult was bei „Oberver hinzu fügen" stand…

Nehme vermutlich am Wochenende nochmals einen Anlauf…:blush::+1: