Standalone-Meshcore-Netzwerk für Notfallkommunikation

Hallo zusammen

Ich bin neu in der Thematik und habe eine Fragestellung, welche ich nicht richtig beantworten kann.

Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen, es handelt sich nämlich um ein Thema, welches auch andere Personen betreffen könnte.

Das Szenario ist folgendes:
Blackout im gesamten Kanton Aargau. Das heisst kein Internet, Telefonie oder auch Paging-Systeme.

Wie kann nun eine Firma ihre eigene Betriebslöschgruppe alarmieren - ohne auf externe Ressourcen zuzugreifen?

Mir schwebt für dieses Szenario folgendes vor:

  • Installation eines LilyGo T-Deck bei der Alarmstelle damit von diesem Gerät eine Nachricht an eine definierte Gruppe gesendet werden kann

  • Installation eines WisMesh Meshtastic Repeater mit 10W Solar und Akku auf einem erhöhten Standort bei der Alarmstelle

Und nun kommt die Krux an der Sache, ich möchte das Netzwerk ohne externe Router betreiben, so dass man nicht von Softwareständen oder Überlastungen betroffen ist.

Deswegen stellt sich nun die Frage, braucht es im Umkreis der z.B. 20km nochmals solche Repeater?

Bei den Angehörigen der Feuerwehr würde ich das LilyGo T-Deck Plus oder LILYGO T-Lora mit einer 15cm Antenne gut finden, so ist man vom eigenen Handy losgelöst und man wird nicht aktiv gepusht um Updates zu machen.

Und eine weitere Frage ist, wie kann man das Netz aufbauen, dass es nicht über bereits bestehende, öffentliche Router/Meshgeräte funkt?

Natürlich würde das die Reichweite und Abdeckung automatisch massiv verbessern - wenn man dies nicht einschränkt, aber es geht ja um ein Variantenstudium :slight_smile:

Was habt ihr noch für Ideen zu diesem Thema, oder ist das bereits eine gangbare Lösung?

Ich freue mich als Neueinsteiger sehr auf euer Feedback und bedanke mich bereits jetzt.

Gruss, Newbie

Martin schrieb:

Einige Gedanken dazu (ohne Gewähr):

- bei der Komm an eine Gruppe weisst Du nicht, wer das empfangen hat. Ich würde es jedem direkt schicken, da hast Du eine Rückmeldung, die ziemlich zuverlässig ist. Per LilyGo o.ä. ist das aber umständlich. Mit einem PC und einem Python Meshcore Client kannst Du sowas aber vereinfachen und dort ev auch “Gruppen” bilden (Chemie, lokale, Chefs, …), es würde doch an jeden direkt geschickt.

- ohne externe Router musst Du eigene aufstellen und betreiben, vor allem, wenn Du 20km zuverlässig abdecken willst.

- Du kannst eigene Frequenzen definieren / verwenden (im ISM Band). Vorteil: Du bist unabhängig. Nachteil: Du machst alles selber.

- Ev weiterer Vorteil: wenn alles dunkel ist, ist der Traffic auf dem öffentlichen MC ev etwas hoch.

- Du kannst beim BAKOM eine Frequenz konzessionieren (in der Nähe des ISM Bands). Vorteil: Du wirst (hoffentlich) nicht gestört. Nachteil: $$$

- Bei der Verwendung eigener Frequenzen kommt das Problem der Antennen noch dazu. Du musst die Ant ev anpassen.

- Wenn Du es nicht regelmässig austestest, wird es im Ernstfall nicht funktionieren.

- LilyGo o.ä. ist für die Anwender ok, ist allerdings ein Gerät mehr, dass sie dabeihaben und pflegen (laden) müssen.

- Die Frage ist, ob die Autonomie (besonders der Endgeräte) die einer Pager-Lösung übertrifft.

mfg

Martin


ich schrieb:
Danke für die vielen Inputs Martin

Das Problem am Pager-Netz ist, dass es so wie auch die Handyinfrastruktur ja auch von den Netzbetreibern und z.B. deren Stromversorgung abhängig ist.
Eigene Frequenz mit Antennen ist vielleicht bisschen ein Overkill.
Was denkst du, wie viele Router (sind das Repeater?) benötigt man im Normalfall, bei flachem Gelände?
Die Idee mit einem PC/Notebook wo der Meshcore-Client laufen würde, finde ich gut, das wäre benutzerfreundlich.

Was würdest du denn empfehlen um das einfach mal lokal zu testen?
Also welches Endgerät für die Seite welche die Nachricht bekommen soll und welches für den PC?

Vielen Dank und Gruss,
Newbie


Martin schrieb:

Pager: Deren Betreiber stecken viel Aufwand in ihre Infrastruktur. Ein “Dunkel” Szenario wird da auch drin sein.

>> Wieviele Router: Hängt stark von Deiner Umgebung ab. Du kannst ja mal in der App etwas berechnen: Drei-Punkt-Menu → Tools → Antenna Coverage.

>> Testen: kauf mal zwei einfache Companions. Einen behältst Du bei Dir, einen gibst Du einem Mitarbeiter ab. Dann kannst Du dem Meldungen schicken. Er/Sie muss die App nicht unebdingt installieren, Du kannst am nächsten Morgen mit dem Companion verbinden und sehen, was angekommen ist. Dann kannst Du einen Repeater irgendwo behelfsmäsig stellen und das ganze wiederholen.

>> Endgeräte: spielt keine grosse Rolle zum Testen. Für den PC musst Du noch Programm schreiben (lassen), das ist am Anfang zum testen mit 1-3 Knoten noch nicht nötig.


ich schrieb:

Danke für deine Ideen Martin, ich habe nun zwei Companions bestellt. Damit können wir mal Erfahrungen sammeln. Ich melde mich dann wieder :slight_smile:

chrigu schrieb:

Als Funk- und Notfallunwissender stellen sich mir zuerst die folgenden Fragen:

  • Kommunikation über Gruppen garantiert keine Zustellung der Nachrichten. Du kannst damit nicht garantieren, dass alle Empfänger die Nachricht erhalten. Da sehe ich den ersten kritischen Showstopper. Zur Zeit kannst du nur in direkten Nachrichten eine Übermittlung prüfen und garantieren.

  • Handhabung T-Deck und T-Pager ist (noch?) nicht so benutzerfreundlich. Teste doch das mal, auch auf Benutzerakzeptanz.

  • Du kannst andere Funkparameter wählen als MeshCore-Standard für dein eigenes Netz. Dann hast du aber keine Unterstützung durch die bestehende MeshCore-Repeater.

  • Repeater-Architektur hängt sehr vom Gelände ab. Von welchem Kanton / welcher Gegend sprichst du?

Beste Grüsse aus Bern


worauf ich antwortete:
Danke für deine Inputs Chrigu, es handelt sich um den Kt. Aargau.
ich prüfe mal, mit welchen Geräten ich einen Test aufbauen könnte.

Mittlerweile bin ich schon tiefer in der Materie drin, kratze aber immer noch an der Oberfläche.

Ich habe nun folgende Produkte gekauft:

2x Seeed Studio SenseCAP Card Tracker T1000-E for Meshtastic

1x ESP32 LoRa Heltec V3 Entwicklungsplatine mit 863-928MHz Antennen + 3000mAh Akku + Meshtastic Case, ESP32-S3 CP2102 Integriertes WiFi Bluetooth OLED Display für Arduino LoRaWAN IOT (N32 Version, Rot) ( ESP32 LoRa V3 Entwicklungsplatine mit 863-928MHz Antennen + 3000mAh Akku + Meshtastic Case, ESP32-S3 SX1262 CP2102 Integriertes WiFi Bluetooth OLED Display für Arduino LoRaWAN IOT: Amazon.de: Computer & Accessories )

Zusätzlich sind noch stärkere Antennen unterwegs (hocke irgendwie in einem Funkloch) und nochmals zwei Heltecs

2x “ESP32 LoRa Heltec V3 Modulplatine mit 868-MHz-Antenne + 3000 mAh Akku + Schutzhülle Integriertem WLAN Blue Tooth SX1262 CP2102 0,96" OLED Display Typ C für Arduino Lora Meshtastic IOT (N35, Rot)” ( Set of 2 ESP32 LoRa V3 Module Board with 868 MHz Antenna + 3000 mAh Battery + Protective Case Integrated WLAN Blue Tooth SX1262 CP2102 0.96 Inch OLED Display Type C for AR Duino Lora Meshtastic IOT: Amazon.de: Computer & Accessories )

Antennen habe ich folgendes bestellt:
2x Meshnology 2 x 868 MHz LoRa Antenna 10dBi Gain for Meshtastic Long Range Soft Whip Antenna 19 cm Omni SMA Male with Cable Extension Cord Black: Amazon.de: Computer & Accessories

1x Unterstützt kundenspezifische 2-teilige LoRa-Modulantenne für Meshtastic 868 MHz 915 MHz weiche Antenne Omni High-Gain-Peitschenantenne SMA-Kopfanschluss - AliExpress 509

1x 5 Teile/los IPX zu SMA, SMA Stecker Kabel Buchse auf UFL/u.FL/IPX/IPX, RF Coax Adapter Montage Pigtail Kabel 1,13 MM RP-SMA-KY - AliExpress 13

Mit den stärkeren Antennen und mehreren Nodes kann ich dann versuchen mal eine längere Strecke zu überbrücken. Wenn das alles erfolgreich wäre, würden natürlich andere Nodes für die Outdoor-Verwendung beschafft werden.

Natürlich braucht es noch, wie Martin geschrieben hat, ein Programm für den PC damit die Nachrichten von der Alarmstelle versendet werden können.
Dies wird aber erst ein Thema, wenn ich das mit der Abdeckung irgendwie gemeistert habe.

Ich würde kein privates Netz aufbauen. Mit „unserem“ ist im Notfall vielleicht auch noch jemand anderes da der hilft, auch helfen dir allenfalls andere Repeater.

Ein PC braucht eine starke und zuverlässige Stromversorgung. Es gibt diverse kleine Linux-Geräte, welche mit sehr wenig resourcen lange laufen.

Zudem würde ich auf NRF-Geräte setzen. Diese halten mit einer 18650er ca 1 Woche. ESP-Geräte höchstens einen Tag.

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Danke für den Hinweis Felix. Mit Privat meine ich eher, genug Repeater aufstellen, dass man ohne die “öffentlichen” Nodes funktioniert. Kann ja sein dass jemand weg zieht und dann seinen Node abbaut.
Ob ich dann bei den Geräten die Route festlegen würde, weiss ich noch nicht. Bedeutet viel Arbeit und bringen tut es ja nicht viel.
Der Sende-PC würde an einer USV mit Notstromgenerator sein, das sollte kein Problem darstellen.

Ich denke das sollte nicht das Ziel sein von Meshcore oder auch nicht von Meshtastic. Wenn jeder seine eigene Suppe kocht, steht am Ende ja trotzdem wieder jeder alleine da. Dass genug Repeater in der Community sind, dass bei einem Ausfall/Wegzug/Wartung andere seine Funktion übernehmen können, sollte, meiner Meinung nach, das erstrebenswerte Ziel sein.

Sonst kann man sich gleich mit Draht aus alten Zivilschutzbeständen ein Telefonnetz bauen :grin:

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Ich beschäftige mich erst seit ein paar Tagen mit Meshtastic und bin dann auch ziemlich schnell mal auf Meshcore gestossen, welches mir ehrlich gesagt doch ein wenig besser gefällt.

Auf der Meshtastic Map sind mir schnell mal die Router von Web-SDR u.a. auf den Bergen in der Innerschweiz aufgefallen.

Die arbeiten daran, ein schweizweites “Notfunknetzwerk” auf Basis von Meshtastic aufzubauen. Eventuell interessant für Dich oder andere, obwohl nicht Meshcore, mal die Seite anzuschauen. Es gibt da auch einige Fotos von den Routern auf den Bergen sowie deren Abdeckung.

Link: Erreichbarkeit im Katastrophenfall – Meshfähiges Chatnetzwerk

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Die haben ein paar echt geniale Standorte für Repeater! :heart_eyes:

Ich habe nichts gegen Meshtastic, hat durchaus seine Anwendungs-Fälle und auch ich hatte das im Einsatz vor MeshCore. Hier in der Community sind durchaus auch Meshtastic Diskussionen, Erfahrungen und Vergleiche willkommen!

Für ein Schweizweites Netzwerk mit fixer Infrastruktur, mit Fokus auf Kommunikation in Katastrophenfällen wäre MeshCore dann doch wesentlich besser geeignet, zumindest meiner persönlichen Meinung nach.

Es gibt immer die Theorie und die Praxis. Theoretisch ist Meshtastic in der Schweiz immer noch weiter verbreitet. In der Praxis reicht das MeshCore-Netz aber schon wesentlich weiter. Was für mich zählt sind Nachrichten die zuverlässig durch gehen, ich selber konnte mit Meshtastic nicht mal jemanden in Zürich erreichen von Biel aus, mit MeshCore ist auch bis Österreich kein Problem.

Hatte auch schon mal Kontakt mit den Leuten und Angeboten mal MeshCore zu präsentieren, wurde aber mit Zitat “Wir wurden bereits auf MeshCore angeschrieben und wir haben hier leider kein Interesse zu wechseln. Gerade die Sensoren und das GPS Tracking sind für uns sehr interessant und von Bedeutung.” abgewimmelt. Die Relevanz von Sensoren und GPS-tracking im Katastrophenfall ergibt sich mir überhaupt nicht, insbesondere nicht im Vergleich zu zuverlässigen Nachrichten.

Ich wage jetzt mal eine Behauptung: Die steigen noch vor Ende 2026 um auf MeshCore. :winking_face_with_tongue: Falls ich falsch liege, geht Ende Jahr eine Runde Bier für die MeshCore-Community auf mich :clinking_beer_mugs:

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Meshtastic ist zu anfällig für die ganzen Eigenbrötler. Router, Router Late, Client, Client Mute bla bla. Mein Meshtastic-Versuch wurde/ist gestört durch gerade einen Einzigen Router der eigentlich einfach ein Client sein sollte. Denke nur schon wenn das Ding ein Client statt ein Router wäre, würde das Netz hier vielleicht sogar funktionieren. So aber nicht wirklich. Das Routing dank dieses Routers, ist so verworren, dass es kaum Spass macht und für Nachrichten die in 3 Hops erreichbar wären, meistens 4-5 braucht. Gefühlt jeder D…ödel hat die Hops aufs Maximum gestellt. Unnötige Sensordaten die permanent durchgeballert werden, alle 3h unnötige „Adverts“ usw. Meshtastic ist zu sehr zur persönlichen Spielwiese für Nonsens geworden und eine saubere Organisation existiert, zumindest im Wallis, gar nicht. Trace Routes zu schaffen sind noch eines, Nachrichten aber was Anderes. Bringt mir nichts wenn ich keine Nachrichten senden kann. So - genug gezickt. Meshtastic ist einfach, in seiner aktuellen Form, zu überladen und durch den fälschlichen Einsatz einzelner Weniger, nicht brauchbar.

Und da Meshcore aber da einen anderen Ansatz verfolgt, funktioniert es einfach. Ich brauche kein schlechtes Gewissen zu haben einen Repeater aufs Hausdach zu stellen weil ich nicht so extrem limitiert bin mit den Hops. Bei MT müsste ich nun überlegen, ob ohne mein Client, eine Nachricht durchkommen würde weil ich sonst der überlappende „Unnötige“ bin. Der Approach von Meshtastic über RSSI bzw SNR quasi zu entscheiden wo das Paket hingeht, ist nämlich Grütze. Ist da wieder jemand der mit einem Client im Beton-Gebäude rumläuft, wird sein RSSI/SNR tief sein und Meshtastic denkt, er seie weit weg und eine gute Wahl. Dass das Signal dann da nie wieder weitergeht, ist dann die Konsequenz. Der Flood-Approach bzw Direct-Path und als Fallback der Flood-Approach, ist so viel schlauer gelöst und weniger anfällig für sowas. Wobei die ganzen Fahrzeug-Repeater die immer wieder im Discord zur Sprache kommen auch wieder ab einem gewissen Masse zu Problemen führen werden.

Gibt aber, leider, jetzt bereits wieder Leute in Meshcore die versuchen ähnliche Funktionen wie bei Meshtastic einzubauen. Wenn das schlau gemacht wird, dann wirds gut. Falls nicht, wirds irgendwann übler. Denn auch in Meshcore werden die Schreie nach Meshtastic-Funktionen leider mehr. Na warum wohl? Weil bei Meshtastic nichts sauber funktioniert aber bei Meshcore schon. Aber mitunter funktioniert es ja weil Meshcore eher schlank aufgebaut ist.

Es ist toll dass ein Notkommunikationssystem aufgebaut wird, aber es ist Schade dass es Meshtastic wird. Eigentlich sollten die Betreiber selber wissen/merken, dass aus Nachrichten-Sicht Meshtastic der falsche Weg ist. Wenn das System dann noch wirklich beworben werden sollte und wirklich Leute es benutzen würden wollen, ist bei Meshtastic sowieso bald die Luft raus weil es einfach nicht sauber läuft. Meine Meinung zumindest.

Ich will kein Fanboy sein und habe hier, ausser euch, in meiner Region keine Community die es benutzt. Aber ich sehe nur schon durch meine teilweise lächerlich einfachen Tests, wie viel besser Meshcore läuft als Meshtastic jemals. Und das Oberwallis ist relativ schlank mit Meshtastic unterwegs. Nicht auszumalen wenn es die doppelte oder dreifache Menge an Nutzern wäre. Spätestens dann, wäre das Netz wohl total am zusammenbrechen. Denn Absprache, gemeinsame Entscheidungen unter den Betreibern von Routern und Repeatern (oft unnötig auf diese Rollen gestellt) gibt es nicht. Und Absprachen/Diskussionen im Public-Chat kommen ja nicht zu Stande, weil die Kommunikation unzuverlässig ist :joy: Sollen sie das System auf Meshtastic aufbauen. Dann haben wir auf Meshcore Ruhe. Zumindest bis sie dann merken aufs falsche Pferd gesetzt zu haben.

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Danke für euren Input. Ich warte aktuell noch auf die Sammelbestellung mit den Solar-Geräten und dann teste ich es mit ca. 6 Geräten ob und wie gut wir selber eine Abdeckung aufbauen können.
Ist auch gut, wenn es dafür etwas wärmer ist draussen :slight_smile:
Würde Meshcore wegen zu viel anderen Anwendungen überlastet sein. Könnte man theoretisch für das “eigene, nicht überladene” Netz einfach die Frequenzeinstellung leicht anpassen und so unabhängig von den Problemen, aber kleinerer Abdeckung das Netz betreiben?
Geht mir darum, dass wenn wir sagen jetzt klappt es und wir bauen das, und dann später in 1-2 Jahren das Netz wegen zu viel “Kleinvieh” überlastet ist, nicht mehr zuverlässig läuft - wir eine mögliche Alternative hätten. Nicht dass die Hardware und Lösung dann umsonst ist.

Ich verstehe den Frust total und bin da komplett bei dir, dass Meshcore, wenn es um Zuverlässigkeit geht, in den allermeisten Fällen besser geeignet ist als Meshtastic. Aber wenn wir einen Schritt zurücktreten, sollten wir uns darin einig sein: Das Problem sind in erster Linie eigentlich nicht die Anwender, sondern vielmehr das Protokoll-Design von Meshtastic selbst.

Ein robustes Notkommunikationssystem darf nicht zusammenbrechen, nur weil ein einzelner Knoten falsch konfiguriert ist oder ein paar Sensordaten das Netz lahmlegen. Wenn das passiert, liegt der Fehler im Fundament und nicht beim Anwender.

Ich denke, es hilft wenig, uns über die Nutzer zu ärgern. Ein System, das nur funktioniert, wenn 100 % der Nutzer Profis sind, wird im Ernstfall immer scheitern.

Wir müssen aber im Gegenzug aufpassen, dass unser Protokoll nicht die gleichen Fehler wiederholt, nur um mehr ‘Spielereien’ zu ermöglichen – da stimme ich dir voll und ganz zu.

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Also der Wetteinsatz von CHIX ist schon gewagt :slight_smile:

Zum Thema Notfallkommunikation möchte ich ein paar Gedanken mit euch teilen:

Ich habe da immer mal wieder “deja vu’s”. Seit gefühlten Jahrzehnten gibt es auch in Amateurfunk-Kreisen Menschen, welche sich für Notfunk interessieren und welche viel Zeit, Geld und Herzblut in dieses Thema investieren.

Es werden parallel verschiedenste technische Ansätze wie z.B. klassische Sprachkommunikation per Kurzwelle oder VHF, ein neueres System mit WLAN Richtfunkstrechen (AREDN) sowie auch amateurfunkspezifische LoRa Lösungen (MeshComm) verfolgt.

Allen ist gemeinsam, dass deren Erfolg oder Misserfolg fast ausschliesslich von der Vernetzung der beteiligten Menschen (und nicht der verbauten Geräte) abhängt.

Wenn die lokalen Behörden (Gemeindeführungsstäbe, Zivilschutzorganisationen, Feuerwehren etc.) nicht involviert sind und so kein Vertrauen in die jeweils angedachte Lösung aufbauen können, dann wird es weder bei Übungen noch im Ernstfall funktionieren. Der Faktor Mensch spielt auch in anderer Hinsicht eine grosse Rolle: Behördenvertreter leiden ab- und zu unter dem “not-invented-here Syndrom”, sie lehnen alles kategorisch ab, was nicht aus den eigenen Reihen stammt. Um hier Erfolg zu haben, ist harte Überzeugungsarbeit zu leisten. Dies ist oft nicht die Stärke von Technikern, es braucht gut vernetzte und vertrauenswürdige Kommunikationsprofis dazu. Manchmal findet man in der lokalen Politik einen Unterstützer, welcher sich für das Thema interessiert und welcher es auch als “Seine Idee” unter die Leute zu bringen weiss.

Hierin liegt auch ein Anreiz, sich wie unser Kollege im Wallis zuerst mit der Kommunikation zu den Landbesitzern / Gemeinden zu beschäftigen, bevor man in den Netzaufbau investiert. Frei nach dem Motto “Gutes tun und darüber sprechen”. Nur ein gut bekanntes- und in der Bevölkerung etwas breiter abgestütztes System wird sich für die Notfallkommunikation eignen.

Vor diesem Hintergrund hat ein, von der Community getragenes System wie MeshCore durchaus gute Chancen. Es sind viele unterschiedliche Fachspezialisten involviert. Die Beteiligten haben die unterschiedlichsten Hintergründe und das ist wertvoll! Es gibt (im Gegensatz zum Amateurfunk) keinerlei Zugangsbeschränkungen, d.h. jeder darf jederzeit beliebige Inhalte über das System übermitteln. Damit entfallen auch juristische Fragestellungen, welche oft als Argument gegen obengenannte Lösungen aufgeführt werden. So kann z.B. einem Gemeindeführungsstab ohne Rücksicht auf dessen Zusammensetzung ein Satz Geräte zur Verfügung gestellt werden…

Also: Weiter so, wir haben ja eben erst gestartet :wink:

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Falls die besagte PC-Software für den autarken Anwendungfall je ein Thema wird, dann gäbe es bereits existierende Lösungen. Wir können uns dafür bei Bedarf gerne direkt kurzschliessen.

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Naja, die Wette mit NFN / web-sdr.ch habe ich jetzt aber schneller gewonnen als ich gewagt hätte zu schätzen. Sorry, kein Bier :clinking_beer_mugs:

Freut mich gewaltig das zu sehen, da kommen ein paar richtig geniale Repeater-Standorte dazu :heart_eyes:

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Ja, das ist wirklich toll.
Ich habe nun die Solarrepeater erhalten und werde nun Feldtests starten, ich bin gespannt.

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Da wurden jetzt schon einige umgestellt und auf der Webpage findet mal den aktuellen Status der einzelnen Repeater:

Wenn wirklich alle auf MeshCORE umgestellt werden/sind, hat die Schweiz eine grossartige zusätzliche Abdeckung erhalten. :clap: