Werte Kollegen
Nachdem ich mich wieder etwas von der reduzierten Sauerstoffaufnahme erholt habe, hier wie versprochen, noch ein paar Hintergrundinformationen zum TRANSALP Projekt:
Es handelt sich dabei um zwei redundante Repeater am Jungfrau-Ostgrat auf 3700 m.ü.M. sowie eine Gegenstelle auf dem Monte Generoso. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an HB9ODI / Rolf, welcher diese Gegenstelle bereits vor unserem Einsatz in Betrieb genommen hat.
Die beiden Nord-Repeater weisen sowohl von der Antennenposition als auch von der Ausrichtung des Solarpanels leichte Unterschiede auf:
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Transalp-N1 ist etwas nördlich des Grates mit Sicht auf das Mittelland. Das Solarpanel wird bereits frühmorgens beschienen.
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Transalp-N2 ist etwas südlich des Grates mit direkter Sicht auf den Monte Generoso montiert. Dieses Solarpanel wird bis zum Sonnenuntergang beschienen.
Als Hardware kommen RAK19007 Boards mit RAK4630 Radios zum Einsatz. Die Antenne ist eine mechanisch modifizierte mittengespiesene Dipolantenne. Der Masseanschluss der Antennenbuchse ist elektrisch mit einem innen im Gehäuse verlaufenden Metallrahmen verbunden und schützt so gegen statische Entladungen über das Board. Die Stromversorgung besteht aus 5 parallel geschalteten Panasonic NCR18650B LiIon Zellen, welche mit einer zentralen Schutzschaltung versehen sind. Die Nennkapazität bei Raumtemperatur beträgt ca. 16 Ah. Als Gehäuse kommt ein modifiziertes “RAK WisBlock Unify Solar” zum Einsatz. Das Gehäuse wurde um eine Druckausgleichsmembrane sowie um eine Schutzhülle aus EPS-Schaum erweitert. Diese EPS-Hülle dient dem Schutz vor Hagelschlag und hilft noch etwas beim Wärmemanagement. (Die Sonne wärmt das Gehäuse durch das dunkelblaue Solarpanel leicht auf, der EPS Schaum verzögert die Auskühlung). Die Ausgleichsmembrane hat ein Kunststoffgehäuse, um Kältebrücken ins Gehäuseinnere zu vermeiden. Um Restfeuchtigkeit zu reduzieren, wurden im Gehäuse 10g Silicagel eingelegt. Das Gehäuse ist zum Schutz gegen Schnee, Eisschlag und Vögel (Alpendohlen sind extrem neugierig) “upside down” mit mehreren starken Magneten an einer Stahlkonstruktion montiert und zusätzlich mit einem dünnen rostfreien Stahlseil gesichert.
Das offene Gehäuse ohne Solarpanel:
Das Gehäuse mit dem EPS Schutz (noch ohne Antenne).
Aussicht von der Montageposition “Transalp-N2” in Richtung Generoso:
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sich insbesondere die Stromversorgung für die dort herrschenden Temperaturen (derzeit ca. zwischen -20C und +4C) bewährt. Die Kapazität der Batterie reicht bei Raumtemperatur für mehrere Wochen autarken Betrieb ohne Sonnenschein. LiIon Batterien haben aber nicht gerne kalt, insbesondere nicht beim Laden. Ich hoffe daher, dass die verhältnismässig geringen Ladeströme (max. 0.03 x C) helfen, diese unerwünschten Effekte etwas zu verringern.
In frühestens ca. 4 bis 6 Wochen werde ich beruflich bedingt wieder vor Ort sein. Dann zeigt sich, ob es Sinn macht, sich um eine dauerhafte Installation zu bemühen, oder ob das Hardwarekonzept angepasst werden muss.
Auch werden wir in Abstimmung mit der Community eine sinnvolle Regionen-Einstellung vornehmen, sobald diese Funktion stabil läuft. Es macht z.B. wenig Sinn, dass die Transalp-Repeater direkte Verbindungen nach Deutschland haben, dies kann sehr gut über die bestehenden Repeater auf der Jurakette erfolgen (Danke an PAUL3400, CHIX, MARK & co.).
An dieser Stelle noch eine Bitte an alle Nutzer: Beide Transalp-Nord-Repeater sind bis auf Weiteres offen für die Statusabfrage ohne Passwort. Bitte nutzt diese Möglichkeit mit Bedacht, jede Aussendung hat einen Einfluss auf das Energiebudget.
L.G. Christoph / HB9DTZ