‘Ping’ ist, neben ‘Guten Tag’, ‘Morgähn’, ‘Gute Nacht’ und einigen anderen Floskeln, die in MeshCore wohl am meistübertragene ‘Payload’.
Was bedeutet eigentlich ‘Ping’? Ping ist ein Messwert für die Geschwindigkeit (in ms) einer Internetverbindung. Genauer gesagt, misst Ping die Zeit, die ein Datensignal von deinem Computer zu einem Server und zurück braucht.
Die allgemeine Strategie von MeshCore zur Übertagung von Paketen lautet: „Wenn immer möglich direkte Pfade! Flood-Methode nur als Ausweichlösung“.
Jedes Paket wird entweder im Flood- oder im Direktmodus gesendet. Um Ressourcen zu schonen, nutzt die Pfadfindung dafür die normalen Pakete, z.B. Nachrichten.
Wenn also A, keinen Pfad zu B hat, wird beim Senden einer Nachricht der Flood-Modus verwendet.
Wird B gefunden, erhält B die Nachricht und den Pfad ebendieser in einem Paket. Im Kontext von Nachrichten wird eine Bestätigung (ACK) mit dem Pfad dann an A zurückgesendet.
Zurück zum ‘Ping’! Die Nachricht mit dem Text “Ping” wird in ‘Channel’s’, d.h. im ‘Flood’ - Modus ins Mesh abgesetzt. ‘Channels’ können die Nachrichten nicht anders, als im Flood-Modus absetzen. (Flood bedeutet Überschwemmung durch Wasser, welches über die Ufer tritt).
Soweit so gut! Hier sehen wir den Weg der Nachricht ‘ping’, welche von der Station HV abgesetzt wurde. HV sieht nach dem Absetzen der Nachricht, dass diese von einem oder mehreren Repeatern empfangen und verteilt worden ist. Was HV auf seinem Companion nicht sieht, ist der wirkliche Weg seiner Nachricht und 12 der Repeater (einige mehrfach), welche die Nachricht empfangen und weitergeleitet haben.
Schlussendlich ist HV’s Nachricht von einem ‘Empfänger mit automatischer Antwort an den Sender’ empfangen worden.
Dieser ‘Bot’ macht, was er zur Freude seines Eigentümers, tun soll: Er sendet eine Nachricht an HV zurück.
Dabei quittiert der ‘Bot’ die letzten Repeater, welche er im Paket mit der Nachricht von HV empfangen hat. Er gibt seiner Antwort an HV lediglich die Repeater 36, 3e, 34, 0b, 96 als Weg mit. Nach dem letzten Repeater ist für das Paket wieder der Flood-Modus angesagt.
Die Nachricht legt also erneut einen Weg vom Bodensee zum Genfersee - mit einigen Umwegen - zurück.
Kommen wir zurück, zur ‘Überschwemmung durch Wasser, das über die Ufer tritt’. Der Bach überläuft, wenn die Wassermassen im Verhältnis zum Bachbett oder zum Rohrdurchmesser (dort wo er gefasst wird) zu gross sind und es deswegen nicht mehr normal fliessen kann.
Unser Mesh kennt auch einen ‘Rohrdurchmesser’ - die Bandbreite. Die Pakete teilen sich diese auf. Sind mehr Pakete unterwegs als Bandbreite zur Verfügung steht, entsteht ein Engpass, die Pakete kollidieren und werden dann einfach nicht mehr übertragen.
Und ja, wenn man einfach, weil es schön ist und man gehört sein will - also ohne Notwendigkeit - Ping’s ‘en masse’ absetzt, muss man sich im Klaren sein, dass genau der zuletzt abgesetzt Ping derjenige sein kann, der den Bach zum Überlaufen bringt.
Brauchen wir MeshCore doch dafür, für was es ausgelegt ist: Nachrichtenübertragung auf direkten Pfaden!
Bin gespannt auf eine angeregte Diskussion zum Thema.
Lieber Gruss, Paul
(Die Daten und Grafiken wurden mit dem MeshCore - Analyzer am 15.02.2026 durch mehrere Observer-Stationen erfasst und aufgezeichnet.)



