Ich habe seit gut einer Woche einen Repeater im Dachstock und viel Freude daran (dad9042). In knapp neun Tagen kommt der (laut Status) auf 6h34 Sendezeit mit 31’490 Paketen. Das ergibt einen Duty-Cycle von 3%. Ich meinte 1% sei das legale Limit auf unserem Kanal.
Wird das Limit von der Firmware nicht erzwungen?
Habe ich was falsch eingestellt oder komplett falsch verstanden?
So gut und toll MC funktioniert habe ich das Gefühl, dass das Netz schon nahe an (oder über) der Kapazitätsgrenze ist.
Wie weit daneben liege ich?
Herzliche Grüsse
Ivo
Ps. Ein Möglichkeit wäre, für einen Kanal noch 1-4 Repeater festlegen zu können, und dass dann nur diese (plus direkte Nachbarn) die Pakete weiterleiten. Das selbe ginge auch als Zwischending für DMs, kein konkreter Pfad, aber ein «lokaler» flood.
Die legale Limite beim Duty Cycle auf der von uns verwendeten Frequenz liegt bei 10%, somit hast du da noch einiges an Reserve. Das sowie der max. 500 mW e.r.p. ist eigentlich auch der Hauptgrund warum wir diese Frequenz verwenden.
MeshCore selber limitiert dies per default nicht. Man kann das aber erreichen in dem man den Airtime Factor entsprechen setzt. Das kann man mit dem Befehl “set af 9”. Da wir aber noch weit von einer maximalen Auslastung entfernt sind empfehle ich den im Moment nicht umzustellen und den einfach auf Default 1 zu lassen.
Gesetzlich definiert is der Duty Cycle über die Stunde, heisst innerhalb der letzten Stunde darf maximal 10% der Zeit gesendet worden sein. Der AF wie er aktuell bei MeshCore implementiert ist setzt das nicht korrekt um, der macht immer direkt Pausen. Heisst wenn man den AF auf 9 setzt und dann ein Packet sendet welches 1 Sekunde dauert zum senden, dann wartet der dannach direkt 9 Sekunden, obwohl er innerhalb der Stunde noch locker weiter senden dürfte. Darum auch die Empfehlung den aktuell nicht auf 9 zu stellen.
Die Umrechnung vom Airtime Factor zum Duty Cycle erfolgt mit dieser Formel: duty_cycle = 100/(airtime_factor + 1)
Messungen an einem Standort mit guter Fernsicht in die Region Bern - Mittelland haben ergeben, dass auf “unserer” Frequenz die Airtime aller hörbaren Stationen etwa um 20% liegt.
Bei einer geschätzten Anzahl von mehreren 10 hörbaren Stationen liegen wir somit pro Gerät erheblich unterhalb der Limite. Daher kann ich die Empfehlung von CHIX, am AF nichts zu ändern, ausdrücklich unterstützen.
Sehr cool, finde ich super hast du das mal tatsächlich gemessen! Immer schön wie die Praxis zur Theorie passt
Erstaunen tut mich das trotzdem ein wenig. In meiner Region war Meshtastic mit gefühlt 10x weniger Nodes komplett am Anschlag. Und jetzt mit weit über 500 Nodes die bei mir regelmässig auftauchen, in einen riesen Mesh welches weit über die Schweiz hinaus reicht, haben wir immer noch massive Reserven. Cool wie MeshCore das macht.
Ja, ich habe das aus purer Neugier auch für 869.525 MHz bei 125 kHz Bandbreite gemessen… dort sieht es anders aus. Die Airtime liegt dort um 94%. Die dortigen Aussendungen sind aber nicht alle Meshtastic anzulasten, es gibt auch andere Nutzer. Der Unterschied und damit die Vorteile von MeshCore sind aber augenfällig.
Seit dem 01.01.2026 sind Anpassungen in der, von CHIX aufgeführten Schnittstellenanforderung in Kraft gesetzt worden: RIR1008-09
Diese Anpassungen tragen den europaweit harmonisierten Anforderungen Rechnung und ermöglichen uns, das MeshCore Netz mit den bisherigen Parametern zu 100% BAKOM konform zu betreiben.
Die Kanalisierung im 25 kHz Raster ist weggefallen und damit auch die Forderung nach einer Bandbreite von unter 25 kHz. So können nun die, für LoRa Transceiver typischen Kanalbandbreiten alle legal genutzt werden. Mit unserer Frequenz 869.618 MHz und 62.5 kHz Bandbreite belegen wir somit das oberste Viertel des, im Rahmen der RIR1008-09 verfügbaren Frequenzbereiches. Somit verbleiben für andere ähnliche Anwendungen drei identische Kanäle unterhalb “unseres” Kanals.
Die restlichen Anforderungen z.B. betreffend Leistung und DutyCycle bleiben unverändert und sind einzuhalten.
Das mit der Formel von Chix ist sehr interessant. Wenn man also den AF auf dem standardmässigen 1 gesetzt hat, bedeutet das, wenn ein Device 1 Sekunde gesendet hat (das dürften wohl 2-3 Pakete sein), dieser erst mal 50 Sekunden gar nichts mehr macht. Das erklärt dann vielleicht auch, warum beim konfigurieren des Repeaters auf dem Hausdach nach 2-3 Kommandos mit einem Timeout endet. Leider wird ja das angeforderte Paket auch nicht nach ablauf der 50 Sekunden ausgeliefert, sondern einfach verschluckt.
Wäre es da nicht schlauer, wenn man den AF auf 2 oder 3 setzen würde ? Zumindest bis dann diese Formel vielleicht etwas schlauer implementiert ist.
Kurz gesagt ist es besser aktuell noch gar nichts zu konfigurieren. Es gibt einfach noch keine passende Funktion, die das abriegeln würde NACHDEM die Airtime erreicht ist. So wie ich hier von all den Amateurfunkern lesen kann und mitbekomme, ist das aktuell aber noch kein Problem.
Denke es werden maximal vereinzelte „Knoten“-Repeater sein welche diesen wohl knapp erreichen oder eventuell vielleicht sogar überschreiten.