Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für den Betrieb eines Repeaters (Modul: Seed Studio Xiao nRF52 WIO), unabhängig vom Stromnetz

Hier wird beschrieben, wie eine einfache, kostengünstige USV für das Seed Studio - Modul Xiao nrf52 WIO, selber gebaut werden kann.

Material Repeater:

  • Seed Studio, Xiao nrf52 WIO

  • LiPo Akku, flach (z.B. 3.7 Volt, 1500mAh, 803450 Polymer-Lithium-Akku mit Schutzschaltung)

Material USV:

  • Solarpanel mit DC:DC Steuerung 5Volt (solche Module werden zum Betrieb von kleinen Überwachungskameras, etc. angeboten). Bei AliExpress kostet ein Modul 5V / 10Watt ca. CHF 15.00

  • Lademodul mit Akkusicherung TP4056 (Bastelgarage CHF 3.90)

  • Step-Up Modul MT3608 (Bastelgarage CHF 3.90)

  • Li-Ion Akku, 18650, 3.7 Volt, ca. 2’100 mAh (ohne Schutzschaltung)

  • Passende Halterung für den Akku (Flach- oder Nippel am Pluspol !)

Mechanischer Aufbau:

Auf Grund seiner kleinen Abmessungen ist der XIAO besonders geeignet um, zusammen mit einem Stützakku, in einem kleinen Gehäuse (etwa 83mm x 58mm x 33mm) untergebracht zu werden (z.B. wenn am Antennenstandort kein Solarpanel installiert werden kann). Am Gehäuse lassen sich die Buchse der Stromversorgung und ein Antennenstecker prima montieren.
Um SoftwareUpdates zu machen, muss das Gehäuse geöffnet, die Stromversorgung an der USB-Buchse abgekoppelt und das USB-Kabel zum Upload der Daten angeschlossen werden.
Die Stromversorgung ist also in einem zweiten, etwas grösseren Gehäuse zu verbauen. An diesem Gehäuse befindet sich der Solareingang und der Ausgang für die Stromversorgung des XIAO.

Detaillierte Verdrahtung:

a) Lademodul TP4056 mit Schutzschaltung

5-V-Eingang

  • Solarpanel/Netzteil-Plus → IN+
  • Solarpanel/Netzteil-Minus → IN−

Akku

  • 18650-Plus → B+
  • 18650-Minus → B−

Keine weiteren Leitungen direkt an den Akku, alles andere über OUT!

b) MT3608

  • OUT TP4056 +IN+ des MT3608
  • OUT TP4056 −IN− des MT3608

OUT− ist gleichzeitig GND der gesamten Schaltung und des Verbrauchers.

MT3608-Ausgang

  • OUT+ (MT3608) → +5 V mit Kabel zur USB C Buchse des Xiao

  • OUT− (MT3608) → GND mit Kabel zur USB C Buchse des Xiao


Verhalten im Betrieb:**

  • Wenn 5 V vorhanden sind:

    • TP4056 lädt Akku (rote LED) und versorgt gleichzeitig über OUT den MT3608 + Last. Der Stützakku des XIAO wird geladen (grüne LED am XIAO leuchtet.

    • Ist der Akku voll → rote LED aus, blaue an, nur noch Erhaltungsladung. Grüne LED am XIAO ausgeschaltet.

  • Wenn 5 V ausfallen (z.B. Nacht):

    • Akku liefert über OUT → MT3608 die Energie.

    • Die 5 V bleiben erhalten, bis der Akku auf ca. 3 V fällt.

    • Unterhalb der Schwelle (~2,7 V) schaltet die Schutzschaltung OUT ab → Akku ist vor Tiefentladung geschützt.

    • Der XIAO wird zusammen mit seinem Stützakku als Verbraucher gesehen.
      Nachdem die Spannung am MT3608 zusammengebrochen ist, bezieht der XIAO seine Energie nur noch aus seinem LiPo - Stützakku.

Ich habe die KI gefragt, ob sie mir bitte berechnen würde, wie lange das System autonom funktionieren wird.

ChatGPT hat meinen Wunsch erfüllt und folgendes berechnet:
Klingt nach einem richtig schönen kleinen Insel-System :grinning_face_with_smiling_eyes: Lass uns kurz abschätzen, was dich da realistisch erwartet – ohne zu sehr ins Rechnen auszuufern.

1. Dein Grund-Setup in Kurzform

Solar: 10 W / 5 V Panel → theoretisch 2 A Maximalstrom

Puffer 1: 18650, 2100 mAh → ca. 7,8 Wh

Puffer 2: LiPo 1S, 1500 mAh → ca. 5,5 Wh

Verbraucher: XIAO nRF52840, mittlerer Strom ~ 4–8 mA @ 3,3 V
→ grob 15–30 mW Dauerlast

Du liegst also mit deinem Dauerverbrauch im zweistelligen Milliwatt-Bereich – das ist für ein 10-W-Panel extrem wenig.

2. Was kann dein 10-W-Panel liefern?

Theorie:

10 W bei voller Sonne

Sagen wir grob 3–5 „volle Sonnenstunden“ pro Tag (Sommer wesentlich mehr, Winter wesentlich weniger, abhängig von Aufstellung und Bewölkung).

Das heißt:

Pro Tag: 10 W × 3 h = 30 Wh (schlechtes Szenario)

Dein gesamtes System (XIAO) braucht nur:

0,02 W × 24 h ≈ 0,5 Wh pro Tag (!)

Selbst wenn wir großzügig alles verdoppeln, liegst du vielleicht bei 1 Wh/Tag Verbrauch.

Ergebnis:

Solange das Panel tagsüber halbwegs Sonne sieht, ist dein System energetisch extrem stark überdimensioniert auf der Erzeugerseite – also gut so :+1:

Das Panel kann:

  • Locker den XIAO versorgen

  • Nebenbei beide Akkus (18650 + 1500 mAh LiPo) immer wieder vollladen

3. Was bedeutet das für die Praxis?

Tagsüber bei Sonne

Panel versorgt direkt:

  • Puffergerät (TP4056 + MT3608)
  • XIAO über USB

Überschuss-Energie lädt:

  • 18650 über TP4056
  • LiPo im XIAO über dessen Ladeschaltung

Nachts / bei schlechtem Wetter

  • Erst „lebt“ der XIAO von deinem 18650-Puffer
  • Wenn der irgendwann leer ist, übernimmt der 1500er LiPo im XIAO

Wir hatten für beide zusammen grob:

~3 Wochen Autonomie, ohne Solar.

Mit Solar reicht in der Praxis schon:

  • ein bisschen Sonne alle paar Tage → um das System praktisch dauerhaft am Leben zu halten

  • erst bei mehreren Tagen dichtem, düsterem Himmel im Winter könnte es mal spannend werden

Viel Spass beim selber ausprobieren!

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Danke @Paul_Simmen für das schön illustrierte und gut erklärte Tutorial!

Gibt es einen guten Grund für den Umweg über 5V-USB? Warum nicht einfach die Batterieanschlüsse des Xiao an den TP4056-OUT anschliessen und den Step-Up-Wandler und den kleinen Lipo-Akku weglassen?

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Hallo Chrigu

Gerne!

Zu deiner Frage, hier meine Gedanken beim Entwurf der Schaltung:

Der Knoten soll aus zwei Modulen bestehen: Einem Stromversorgungs- und einem Sendemodul. Diese Anordnung ermöglicht es, ein Kabel über eine längere Distanz (> 3m) zu verlegen, was Vorteile bei der Planung des Knotens bei bestehender Infrastruktur bringt.

Wenn er sendet, zieht der Xiao - gegenüber dem Sleep-Mode - kurze Zeit einen erheblich Strom. Dieser kommt bei der aktuellen Schaltung aus dem LiPo des Sendemoduls. Die Zuleitungen sind nur kurz, in der Folge können die Verluste von der Quelle zum Sender vernachlässigt werden. Würden die Batterieanschlüsse des XIAO aber durch ein längeres Kabel mit TP4056-OUT verbunden, hätten wir beim Senden einen Spannungsabfall auf der Leitung - in der Folge weniger Leistung an der Stromversorgung des XIAO führen würde.

Danke für deine Ausführungen!

Als Elektronik-Banause frage ich mich nun, ob das mit dem Spannungsabfall bei grossen Strömen in langen Kabeln beim Xiao überhaupt eine Rolle spielt. Wieviel Ampere werden bei TX gezogen? Anscheinend wenig:

125mA @ 3.3V

Wenn der Strom über 5V-USB an den Xiao nRF geliefert wird, kann da der LiPo in Lastfällen überhaupt mithelfen?

Die Antwort wäre wohl hier (Übersetzung willkommen):

VBUS (5V) gewinnt gegenüber VBAT (4.2V max), oder?

Hallo Chrigu

Gerne!

Habe auf Grund deiner Intervention die Sache mit dem Leistungsverlust auf dem AWG22 Kabel wirklich durchgerechnet. Bei 10m Kabellänge liegt dieser bei etwas mehr als 0.1 Volt was erträglich ist. Denke, dass die von dir vorgeschlagene Lösung funktionieren wird - besonders, wenn alles zusammen in einem Gehäuse verbaut wird. Durch den Wegfall des LiPo’s und mit der Einspeisung von 3.7 Volt an Bat+/Bat- des XIAO verlieren wir aber die Redundanz → der XIAO hängt dann voll am System (TP4065 / 18650 / Solarpanel) und schaffen uns möglicherweise ein Problem. Unklar istnämlich, was passiert, wenn bei laufendem Betrieb (Versorgung über TP4065) das USB-Kabel zum Flashen eingesteckt wird. Das bringt ja zusätzlich zu den Datenleitungen auch +5 Volt und Masse mit. Ich denke, das kann sehr heikel sein. Es müsste m.E. sicher gestellt sein, das die Spannungsversorgung zu Bat+/Bat- des XIAO vollständig unterbrochen wird bevor das USB-Kabel eingesteckt wird. Andernfalls könnte auch ein USB-Datenkabel (ohne +5Volt/Masse) verwendet werden.

Freue mich von dir zu lesen
Lieber Gruss, Paul

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Das müsste man ausprobieren. Bei meinen beiden TP4056-Boards (USB Mikro und USB C) sind unterschiedliche Dioden (oder gar ein MOSFET?) zwischen BAT- und OUT- verbaut. Auswirkung abzuklären.

Eventuell könnte man auch mit einer zusätzlichen Diode oder einem MOSFET verhindern, dass der Xiao Strom auf BAT+ Richtung TP4056 einspeisen kann.

Wichtig ist ja, dass der Akku nicht gleichzeitig vom TP4056 und vom Xiao geladen wird.

Da hast du recht. Je nach Hersteller und Verfügbarkeit der Bauteile werden bei vielen Modulen aus China unterschiedliche Layouts verwendet. Das ist ja echt zuletzt auch bei den Arduino- und ESP-Board’s aus China gang und gäbe.
Denke, mindestens zwei Schottky-Dioden müsste man verbauen, damit eines der beiden Spannungsregler-IC’s nicht in Rauch und Asche aufgeht.
Ich werde es aber nicht ausprobieren, weil ich eigentlich mit der eingangs beschriebenen robusten und redundanten Stromversorgung gut leben kann.
Lieber Gruss, Paul

Ich habe gerade gesehen, dass man beim Xiao nRF52 die Ladeschaltung deaktivieren kann im Code.

Das würde das Problem lösen.

Genau, durch die Software kann der Ladestrom beeinflusst werden: PIN22 auf HIGH dann sollte der Strom 0mA sein. Denke, dass das zuverlässig funktioniert, wenn ich den Bootlader und das Programm selber schreibe. Dann weis ich was ich tue. Tüfteln soll immer möglich sein, es ist gutes Hirnfutter.
Wenn die Sache benutzerfreundlich und für alle nutzbar gehalten werden soll, dann wird es heikel.
Ich habe es gerne so, wie wir es in diesem Blogpost handhaben. Da ist mal ein Vorschlag, der einfach nachgebaut werden kann und per se funktioniert. Und dann beginnt die Diskussion und das Tüfteln…. cool im Fall!

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Liebe Kollegen

Ohne die Xiao Schaltung im Detail zu kennen würde ich annehmen, dass zwei „parallel“ arbeitende Ladeschaltungen nicht problematisch sind, sofern beide die für die Batterie relevanten Parameter einhalten. Im Vergleich zu hier üblichen Batteriekapazitäten (z.B. 3 Ah) sind die Ladeströme gering. So wird auch bei zwei aktiven Ladeschaltungen der maximal zulässige Ladestrom der Zelle kaum überschritten. Ein Laderegler mit seiner Strombegrenzung stellt eine hochohmige Stromquelle dar. Wenn an dieser nun eine möglicherweise höhere Spannung einer anderen, ebenfalls hochohmigen Stromquelle anliegt, dann führt dies nicht zu Problemen, die Ausgleichsströme werden ja auf den maximalen Wert der jeweils auf dem höheren Potential liegenden Quelle begrenzt. Der Einsatz von Schottky Dioden ist möglich. Dabei ist aber zu beachten, dass der (geringe) Spannungsabfall bei tiefen Eingangsspannungen zur Reduktion des Ladestroms führen können.

Ich habe ein ähnliches Setup mit einem RAK19007 baseboard mit angeschlossener Solarzelle und einer 18650 Li-Ion Zelle. Ein zusätzlicher RAK19004 DC-DC Wandler speist das Board bei Indoor Nutzung, weil dann die Solarzelle keinen Strom liefert. Diese 3-fache Versorgung wahlweise über Solarpanel, DC-Anschluss und Li-Ion Zelle funktioniert problemlos ohne eine aktive Umschaltung der Quellen vornehmen zu müssen.

Viel Spass bei euren Versuchen! Wirklich cool :+1:

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Vielen Dank für deinen Input.
Da die (netzunabhängige) Stromversorgung von Repeater-Nodes ein Thema für viele MeshCore-Enthusiasten ist, bitte ich dich, wenn du magst:
Eine Prinzip-Skizze deiner oben beschriebenen Schaltung mit dem RAK19004 DC:DC Board, angeschlossen an das RAK19007 und das Solarpanel, evtl. ergänzt mit einem Foto auf dem der Anschluss der Module erkennbar ist, einzustellen. Das wäre mega lieb!
Lieber Gruss, Paul

Guten Morgen zusammen

Da ich nun mittlerweile ebenfalls auf Meshcore am wechseln bin, ist die Thematik mit den Repeatern für mich auch ein Thema. Leider ist im Kanton Wallis, besonders im Oberwallis, praktisch NIEMAND auf Meshcore. Das Meshtastic-Netz wäre gut erschlossen, aber die Funktionalität… naja. Eben Meshtastic. Ich habe die von dir oben aufgeführten Sachen bereits bei mir Zuhause ausser die Solarzelle. Die 5V 10Watt zweifle ich zwar mal an, würde aber dennoch gerne deinen Direktlink erfragen. Besonders falls diese von Aliexpress oder ähnlichen Seiten sein sollte, wäre mit deinem Link wenigstens die Chance gross, dass ich eine funktionierende Zelle bzw Zellen bekomme.

Werde hier im Oberwallis wohl leider momentan fast alleine das Netz aufbauen müssen. Da wirkt mir dein Setup schon super! Vor allem bei unseren teilweise harten Wintern. Da muss ich was zuverlässiges für die Guerilla-Repeater haben. Wer die Topographie kennt, weiss leider dass das ohne „wilde“ Standorte nicht klappen wird.

Liebe Grüsse aus dem Wallis

Silvio

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Hallo Silvio
Toll, dass du nicht aufgeben willst und dich für die MeshCore - Erschliessung im Wallis engagierst.
Hier der Link: 20w 5V Solar panel für Rings chein werfer Kamera/Ring Stick Up Kamera DC 3,5x1,35-Port Outdoor Solar panel Ladegerät für Kamera - AliExpress 44

Lieber Gruss, Paul

Hallo Paul

Danke dir für den Link. Habe nun mal zwei der Solarpanele bestellt. Mal schauen ob ich damit etwas beitragen kann. Die Erschliessung des Oberwallis wird eine Herausforderung… Ich hoffe dass ich einige der Meshtastic Nutzer dazu kriege, mal Meshcore auszutesten. Wenns denen so geht wie mir, haben die genug Hardware um es mal zu testen.

Ich muss nur schauen dass meine FOMBO (Fear of missing best option) mich nicht hindert. Natürlich möchte man mit so wenig Repeatern wie möglich so viel wie möglich erschliessen. Aber unsere Topographie ist teilweise mühsam dafür.

Aber genug des Offtopic - will hier nicht den Thread zumüllen :grin: Besten Dank für die Info! Schauen wir mal ob es noch was wird mit dem Aufstellen der Repeater bevor das Wetter es nicht mehr zulässt ausserhalb bekannter Wege zu gehen.

Liebe Grüsse

Hallo zusammen

Bei mir liegen langsam viele Ladekontroller, Akkus, Dioden etc. rum.
Ein Problem ist, dass, wenn der Repeater zB. in der Nacht wegen Unterspannung ausschaltet und am Morgen die Spannung langsam wiededer von 0 auf 1-2-3 Volt ansteigt, “zündet” der Microcontroller nicht sauber und bleibt unter Umständen in einem undefinierten Zustand hängen, obwohl die Batterie-Spannung inzwischen wieder zB. 4 Volt beträgt.

Daher mein Spezial-Setup:

Solarpanel 6 bis 18 Volt (egal) je höhere Spannung, desto eher ist zB am Morgen die “Zündspannung” des Ladekontrollers erreicht.

Schotky-Diode zwischen Solarpanel und Ladecontroller. Sonst entlädt das Solarpanel in der Nacht die Batterie.

Ladecontroller CN3791, 6V-Version ( CN3791 MPPT Einstellbares Solarladegerät Panel 3,7 V 18650 Lithium-Batterie-Ladegerät Bord 6 V/9 V/12 V PMW Überspannungsschutz - AliExpress 502 )

BMS 2-3A-Version zB. ( 10 Stück 1S 3,7 V 3A/5-6A Li-Ion BMS PCM Batterieschutzplatine PCM mit Gürtel für 18650 Lithium-Ionen-Li-Batterie - AliExpress 502 )
Das BMS schaltet den Xiao bei ca. 2,5V ab und bei ca. 3V wieder ein
Vom Ladekontroller-Batterie-Ausgang gehts direkt auf +/- der Batterie (nicht am BMS)
vom BMS P+/P- gehts auf den Bat vom Xiao
So wird die Batterie vom Ladekontroller direkt geladen bis 4,2V
Wenn die Batterie-Spannung über 3V ist, schaltet das BMS sofort ein und der Xiao/ESP startet sauber auf.

PS1: Noch eine Anmerkung zu den Solarpanels: 10x10cm = 1dm2 = ca. 2 W alles andere ist übertreibung der Chinesen. Somit haben die 14x14cm = 2dm2 von Patrick/Paul effektiv max. ca. 4W

PS2: der Xiao Wio NRF nimmt mit Firmware 1.10 ca. 14mA und mit Firmware 1.11 knapp 10mA im Leerlauf

PS3: ein Xiao Wio NRF Repeater mit 2x3500mAh = 7000mAh, 18650er (Repeater Oberbühlchnubu, ohne Solar) hält 20 Tage, was im Repeater-Betrieb 14,6 mA entspricht mit der alten FW 1.10
Beim Senden geht er für einen Sekunden-Bruchteil auf über 100mA hoch.

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Hallo Paul, werte Community.

Gerne dokumentiere ich die eingangs erwähnte Lösungsmöglichkeit einer unterbrechungsfreien Mehrfach-Stromversorgung hiermit etwas mehr im Detail. Die hier beschriebene Variante wurde bei einem Testgerät implementiert, welches je nach Bedarf und Einsatzort aus einem Netzgerät, einem Fahrzeug-Bordnetz oder aus der, im Gehäuse integrierten Solarzelle gespiesen wird. Die Li-Ion Batterie dient dabei wie üblich als Laufzeitreserve.

Zuerst ein paar Messwerte und Bemerkungen, welche für die erwähnte RAK-Hardware gelten und welche möglicherweise bei der Xiao-Hardware anders ausfallen:

  • Die Stromaufnahme der LoRa Hardware (RAK4630 Transceiver auf RAK19007 Baseboard) beträgt im Standby / RX Mode 14 mA. Während einer TX Sequenz sind es 130 mA.

  • Die Energieaufnahme im realen Betrieb hängt massgeblich vom TX / RX Verhältnis am Einsatzort ab und kann im Labor nicht bestimmt werden.

  • Da die Solarzelle des RAK Unify Solargehäuses parallel zum 5 V Ausgang des Reglers der externen Stromversorgung angeschlossen ist (siehe Blockschema), musste sichergestellt werden dass der Rückstrom dieses Reglers (RAK19004) in Richtung der Solarzelle vernachlässigbar klein ist. Im “worst case” d.h. bei vollständig abgedunkelter Solarzelle bleibt dieser unter 3 mA und beeinträchtigt die Solarzelle oder den Rest der Schaltung in keiner Weise.

  • Der Schaltregler RAK19004 hat gemäss Datenblatt einen Eingangsspannungsbereich zwischen 2 V und 36 V und liefert daraus stabile 5 V. Er startet bei einer Spannung von knapp über 5 V. Dieser Regler hat eine für IoT Verhältnisse erhebliche Eigenstromaufnahme von ca. 10 mA bei 12 V Eingangsspannung. Er eignet sich daher für die hier vorgesehene Versorgung aus einem Netzgerät oder aus einem Fahrzeug-Bordnetz mit Systemspannungen von 12 V oder 24 V sowie zum Anschluss grösserer externer Solarzellen, sofern deren Leerlaufspannung 36 V nicht überschreitet. Für die Nutzung mit externen Batterien kleiner Kapazität ist die hier beschriebene Kombination aus meiner Sicht nicht geeignet.

Im angehängten Blockschema (man verzeihe mir die Handskizze) ist die Zusammenschaltung der Komponenten ersichtlich. Man beachte dabei bitte die Polarität der Anschlüsse, welche auf den Modulen aufgedruckt ist und welche üblicherweise durch die verdrehsicheren Steckverbinder sichergestellt wird… Leider habe ich bereits Anschlusskabel (Pigtails) erhalten, bei welchen die Polarität vertauscht war, eine visuelle Kontrolle vor der Inbetriebsetzung lohnt sich also.

Die ebenfalls angehängten Fotos zeigen eine mögliche Anordnung der Komponenten im RAK Unify Gehäuse, hier unter Verwendung von zwei parallel geschalteten 18650-er Li-Ion Zellen sowie den Anschluss des Reglers für die externe Versorgung. Dieser wurde mittels eines passenden Kabelstücks, auf der Unterseite des Solarzellenanschlusses des RAK19007 Baseboards angelötet. Die Litzen wurden an der Lötstelle mittels elastischem Klebstoff (UHU max repair) mechanisch entlastet.

Aus Gründen der Dichtigkeit wurden die unbearbeiteten RAK Unify Gehäuse verwendet. Diese haben keinen Durchbruch für den USB Anschluss und damit auch keine Gummiabdeckung, welche über die Jahre verwittert oder von neugierigen Vögeln herausgepickt werden kann. Um den USB Anschluss für drahtgebundene Updates dennoch zugänglich zu halten, wurde das Baseboard im Gehäuse um 180 Grad gedreht. Ein temporär eingesteckter USB-C Winkelstecker (auf dem Bild ersichtlich) ermöglicht den komfortablen Zugriff. Die zusätzlich angelegten 5 V über den USB Anschluss beeinträchtigen die Funktion der übrigen Speisungen sowie die Ladung des Akkus in keiner Weise.

Die von CHIX so schön beschriebene Updateprozedur über Bluetooth hat sich bei mir mehrfach bewährt und erübrigt im Normalfall drahtgebundene Updates vollständig.

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Vielen herzlichen Dank für deine ausführliche und sehr gut nachvollziehbare Beschreibung der Stromversorgung des RAK Transceivers mit dem RAK - GreenPower Modul. Was denkst du, wäre es empfehlenswert Li-Ion Akku’s 18650 mit Schutzelektronik zu verbauen?
Lieber Gruss, Paul

Guten Abend Paul

Im RAK19007 Baseboard ist ein TP4054 Laderegler verbaut. Dieser bietet durch die fest eingestellte Ladeschlussspannung von 4.2 V einen guten Schutz gegen Überladung, jedoch keine Unterspannungsabschaltung und somit keinen Schutz gegen Tiefentladung der Batterie. Der Einsatz von Zellen mit Schutzelektronik ist somit sinnvoll. Falls bereits ungeschützte Zellen im Einsatz sind, kann die Schutzschaltung auch extern nachgerüstet werden. Siehe angehängtes Bild solcher Platinen.

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Danke für die Ergänzung!

So lieber Paul

Habe heute dein identisches Setup nachgebaut. Nach Schwierigkeiten mit dem MT3608 (bis ich endlich die Ausgangsspannung eingestellt hatte…) läuft jetzt alles. Fehlt nur noch die Solarzelle. Bis die über den grossen Teich ist, dauerts allerdings noch.

Ich lade gerade die 3000mah Flachzelle über den Xiao voll und über ein Ladegerät die 18650er und packe das dann Morgen, vollgeladen, in das eigens dafür gedruckte, wasserdichte ABS Gehäuse und teste mal, ohne Solarzelle, wie lange das Ganze hält bis beide Akkus sterben.

Leider wird der Test nicht perfekt aussagekräftig sein, da ich hier leider alleine auf Meshcore unterwegs bin. Zumindest alleine in meiner Reichweite. Im Unterwallis hat es eine Person die Companion und Repeater betreibt, aber der ist, noch nicht, erreichbar. Wens interessiert - wohne im Raum Niedergesteln/Raron im Kanton Wallis. Da ist eigentlich niemand auf der Karte und gesehen/geschrieben hat auch nie jemand was. Also wird der Test mangels aktivem repeaten nicht so aussagekräftig sein. Gedenke aber den Advert-Flood (störe ja niemanden. Die ganzen Meshtastic-Dinger funken hier sowieso permanent unnötiges Zeug) auf 1h zu stellen um etwas mehr „Last“ zu generieren.

So sehe ich auch über meine Companions, wann der Test-Repeater draussen auf dem Balkon stirbt. Melde mich, wenns Neuigkeiten gibt.

Liebe Grüsse

Silvio

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